Ein wichtiges Thema sind rechtliche Vorgaben, sobald du mit deiner Homepage oder deinem Onlineshop eine Gewinnabsicht hast. Das bedeutet, wenn du einen Onlineshop aufbauen willst, musst du dafür ein Gewerbe bzw. eine Selbstständigkeit anmelden. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Einnahmen aus einem Dropshipping-Shop kommen oder von Affiliate.
Aquaristikunternehmen Freigrenzen
Einkünfte von 410,00€ pro Jahr musst du nicht angeben und auch kein Gewerbe anmelden.
Diese müsst ihr dann in der Einkommensteuererklärung, wenn ihr kein angemeldetes Gewerbe habt, unter Anhang S eingeben, sofern es sich um eine freiberufliche Tätigkeit handelt.
Ansonsten empfehlen wir euch, ein offizielles Gewerbe anzumelden.


Gewerbearten für dein Aquaristik Unternehmen
Egal, ob im Hauptgewerbe oder im Nebengewerbe, es werden 2 Arten bei der Anmeldung unterschieden, welche vor allem auch für eure Kalkulation wichtig sind. Das ist die Unterscheidung zwischen Kleingewerbe und vorsteuerabzugsberechtigtem Gewerbe.

Umsatzsteuerbefreites Kleinunternehmen
- Umsatzschwelle (2025) 25’000,00 € im Vorjahr und max. 100’000,00€ im laufenden Jahr (Achtung: Wenn ihr also im laufenden Jahr mehr als 25’000,00€ Umsatz erreicht, verliert ihr im Folgejahr den Status des Kleinunternehmers und müsst euch als Vollunternehmen ummelden)
- Pro keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen oder Umsatzsteuervorauszahlungen nötig
- Pro – vereinfachte Buchhaltung EÜR
- Contra keine Nutzung der Umsatzsteuer ID für EU-Einkäufe
- Contra kein Vorsteuerabzug, doch zahlen musst du sie dennoch auf deine Einkäufe.
- Contra kein Umsatzsteuerausweis auf Rechnungen, daher oft unattraktiv für umsatzsteuerpflichtige Unternehmen.
- Hinweis auf der Rechnung zur Kleinunternehmerregelung muss angegeben sein.

Vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen
- ab einem Jahresumsatz von 25’000,00€
- Pro – Vorsteuerbeträge können in Abzug gebracht werden und verringern die Umsatzsteuerlast
- Pro – Umsatzsteuer-ID für EU-Einkäufe steuerfrei
- Contra – höherer Aufwand in der Buchhaltung
- Contra – Umsatzsteuer-Voranmeldung muss erfolgen (monatlich, vierteljährlich, je nach Unternehmensgröße)
- Contra – Rechnungslegungsvorschriften müssen genau beachtet werden
- Beachtung des richtigen Steuersatzes auf den Rechnungen (0%, 7% oder 19%)
- Was hier nach mehr Nachteilen aussieht, kann jedoch für euch auch mehr Vorteil sein.
Gleich ins Vollunternehmen?
Aquaristik-Gewerbe gleich als vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen anmelden?
Die Anmeldung als Kleingewerbe ist nicht zwingend notwendig, wenn ihr ohnehin plant, den Umsatz über diese Grenze zu bringen. Deshalb kann es auch von Vorteil sein, gleich mit einem vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen zu starten. Dies bringt euch einige Vorteile:

Genehmigungspflicht im Aquaristik Gewerbe
Auch in Deutschland gibt es für den Handel eine Genehmigungspflicht. Diese umfasst aktuell den Handel mit Wirbeltieren. Wirbellose Tiere wie Zwerggarnelen und Schnecken, aber auch Cherax und Flusskrebse sind von der Genehmigung aktuell ausgeschlossen.
Handel und Onlinehandel ohne Wirbeltiere
Der Handel mit Aquaristik-Zubehör, Futter, Pflanzen, Einrichtung und Technik ist genehmigungsfrei möglich. Auch der Handel mit wirbellosen Tieren wie Schnecken und Garnelen ist ohne Erlaubnis durch den Veterinär möglich. Oft fordern Händler dennoch den §11 nach Tierschutzgesetz, um Tiere bei ihnen einzukaufen.
Onlinehandel und Handel mit Wirbeltieren
Wer mit Zierfischen gewerblich handelt oder mit Gewinnabsicht züchtet, der muss in Deutschland eine Erlaubnis vom Veterinär haben und den §11 nach Tierschutzgesetz vorweisen. Diesen erlangt man über eine Schulung und Prüfung. Er dient als Nachweis, dass man im Umgang mit Tieren geschult ist.
Was musst du noch beachten?
Meldepflichten und Pflichten im Umgang mit Tieren
Wenn du mit Fischen und Welsen handeln möchtest, dann solltest du unbedingt auch die Meldepflichten bei den entsprechenden Tierarten beachten sowie die damit verbundene Dokumentationspflicht. Diese ist für Händler etwas umfänglicher als für Private. Zusätzlich bist du verpflichtet, deinen Kunden gewisse Informationen zur Haltung zur Verfügung zu stellen. Hier solltest du dich also gut informieren. Versendest du Tiere auch an deine Kunden, dann gilt für dich das Tiertransportgesetz, das genau vorgibt, wie die Tiere verpackt werden sollen. An dieses solltest du dich halten.